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  LGA: Premium Cup - Interviews und Hintergründe - Runde 7

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Runde 7

Die Sieger im Interview

Gruppe A - Evgeny Romanov

Evgeny, du hast Deinen Titel von 2012 erfolgreich verteidigt - welcher Sieg hat für dich den höheren Stellenwert?

Ganz klar - der diesjährige. Letztes Jahr hatte ich vielleicht zwei Großmeister, dieses Jahr sieben. Es war auch sehr schwierig für mich, weil ich mich nicht 100-prozentig vorbereiten konnte.

Woran lag das?

Ich habe viel in die Vorbereitung auf den Weltcup in Norwegen investiert. Dort bin ich - trotzdem - leider in der ersten Runde gescheitert. Sich dann wieder für Nürnberg zu motivieren, war nicht einfach. Ich bin mit dem Ziel hierher gekommen, gutes Schach zu zeigen, aber nicht jedes Spiel zu gewinnen.

Aber du warst an Nummer eins gesetzt - hast du gar keinen Druck gespürt?

Die Setzliste hat bei so einem starken Feld keine große Aussagekraft. Die anderen sind auch turniererfahren, und vor allem konnten sie sich im Gegensatz zu mir intensiv vorbereiten.

Welche Runden waren entscheidend für deinen Turniersieg?

Der Samstag war der Knackpunkt. Zunächst das Remis gegen Hector, dann habe ich gegen Prusikin das Unentschieden gerettet. Man braucht auch Glück, wenn man solche Turniere gewinnen will.

Du hast ja den Vergleich zu Turnieren in aller Welt. Was bleibt dir vom LGA Cup in Erinnerung?

Ich finde es bedauerlich, dass so ein Turnier nach zehn Jahren das letzte Mal ausgetragen wird. Das Drumherum, die Organisation - alles war perfekt. Ich weiß nicht, ob ich in Deutschland etwas Ähnliches finden werde.

Wie wirst du heute Abend feiern?

Ich werde in erster Linie entspannen. Ein leckeres Abendessen, und dann ruhe ich mich in der Sauna aus. Sieben Runden in dreieinhalb Tagen kosten viel Kraft.

Was sind deine nächsten Herausforderungen?

Der Russian Cup in St. Petersburg beginnt Anfang Oktober, darauf konzentriere ich mich jetzt. Außerdem spiele ich meine zweite Bundesliga-Saison für Katernberg. Hier habe ich im Vereins-T-Shirt ein bisschen Werbung für meinen Schachklub gemacht…


Gruppe B - Ilja Zaragatski



Ilja, in einem Rundenbericht hieß es, du hättest "wie im Rausch" gespielt. War das auch dein Eindruck?


Wie im Rausch habe ich nicht gespielt - ich pflege ja eher einen positionellen Stil. Aber natürlich: Es lief nicht schlecht.

Hast du selbst damit gerechnet, dass du nicht nur um den Sieg mitspielst, sondern sogar schon eine Runde vor Schluss als Sieger feststehst?


Ich habe erwartet, dass Arik Braun die Gruppe gewinnt. Nach meinen zuletzt erfolgreichen Turnierteilnahmen und der GM-Norm habe ich gehofft, dass ich um den zweiten Platz mitspiele. Doch Arik hat gegen Christian Gabriel etwas übersehen und verloren - wäre es anders gelaufen, hätte er gleich einen ganzen Punkt mehr gehabt.

Der Spielplan stand schon im Juni fest, es war also viel Zeit zur Vorbereitung. Hast du die genützt?


Ehrlich gesagt, fast gar nicht. Zwei, drei Tage vor dem Turnier habe ich mir ein paar Partien und Varianten angeschaut. Eigentlich nur das Nötigste.

Heißt das, du tust relativ wenig, um dein Schach zu verbessern?


Ich habe seit dem Frühjahr fünf, sechs Turniere gespielt und so viel Spielpraxis gesammelt. Ich bereite die Partien immer vor und nach. Um ein Schachbuch zur Hand zu nehmen, bin ich nicht diszipliniert genug. Vielleicht war Nürnberg das letzte Turnier meiner schachlich aktiven Hochphase in diesem Jahr. Ligakämpfe, ein paar Turniere - mehr ist momentan nicht drin.

Den Großmeister-Titel hast du schon in der Tasche. Wie wirkt sich der LGA Cup auf deine Elo aus?


Ich habe jetzt meine höchste Elo erreicht - bei 2515 müsste sie nach meinen Berechnungen liegen. Die magische 2500er-Marke ist geknackt.

Mit Nürnberg wirst du deswegen nur Gutes verbinden - oder?


Ich war ja fast jedes Jahr dabei. Nürnberg fühlt sich fast wie ein Zuhause an. Das "Premium" im Turniernamen war absolut berechtigt. Solche Konditionen wie hier findet man sonst nirgends.

Als frisch gebackener Diplom-Volkswirt weißt du bestimmt schon, was du mit dem Preisgeld von 1500 Euro machen wirst...


Klar ist, dass ich das Geld gut brauchen kann. Aber wie ich es konkret verwende, weiß ich heute noch nicht.


Gruppe C - Yochanan Afek



Yochanan Afek, mit einem großartigen Finish haben Sie die Gruppe C gewonnen - haben Sie damit heute Mittag gerechnet?


Die Abschlusspartie war bei genauem Spiel wohl Remis, wir müssen das noch analysieren. Mein Gegner Erik Zude hat etwas übersehen, dadurch konnte ich gewinnen.

Wenn man Ihnen vorher gesagt hätte, Sie würden Ihre Gruppe gewinnen, hätten Sie das für möglich gehalten?


Ich habe nichts von diesem Turnier erwartet. Nach einigen schlechten Turnieren war meine Stimmung schlecht, ich habe sogar kurz über eine Absage nachgedacht - das wollte ich aber Michael nicht antun.

Wie lief Ihre Vorbereitung?


Ich habe mich - abgesehen von den Turniereinsätzen - nicht viel vorbereitet. Jeden Abend habe ich mir angesehen, was meine nächsten Gegner spielen. Das war's. Ansonsten war ein wichtiges Ziel, ausgeruht ans Brett zu gehen, mindestens sechs Stunden zu schlafen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Zwei Partien an einem Tag sind gerade für einen älteren Spieler sehr anstrengend.

Was steht auf Ihrem Plan für die nächste Zeit? Weitere Turniere?


Nein, ich nehme erst einmal eine Turnierpause. Ich konzentriere mich auf das Kombinieren von Problemen, das ich auch oft nebenbei mache. Das Verfassen von Schachbüchern und Artikeln sowie meine Schachschüler in den Niederlanden halten mich auf Trab. Aber ich habe auch "normale" Hobbys neben dem Schach, lese gerne Bücher, die nichts mit Schach zu tun haben.


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