Startseite
  StartseiteStartseite      Live-PartienLive-Partien      AktuellesAktuelles      FortschrittFortschritt      ErgebnisseErgebnisse      BildergalerieBildergalerie     
> Aktuelles > Runde 6
  LGA: Premium Cup - Interviews und Hintergründe - Runde 6

Runde 1 | Runde 2 | Runde 3 | Runde 4 | Runde 5 | Runde 6 | Runde 7

10 Jahre LGA Cup - Blick zurück und nach vorne

Der LGA Premium Schach Cup ist nach zehn Jahren Geschichte. Grund genug, die drei "Macher" der beliebten und hochkarätigen Turnierserie zu Wort kommen zu lassen. Michael Bezold, Jochen Galsterer und Hans-Jürgen Zeitler blicken zurück auf zehn erfolgreiche Jahre LGA Cup - und verraten, dass die LGA weiter eine enge Verbindung zum Schach haben wird.

Die Köpfe

Im Laufe der Jahre ist ein Team hinter den Kulissen gewachsen, das den LGA Cup zu dem gemacht hat, was er war: ein Schach-Event der besonderen Art mit familiärem Flair. Der fränkische Großmeister Michael Bezold, LGA-Projektleiter Jochen Galsterer und Hans-Jürgen Zeitler - Mitglied der LGA-Geschäftsleitung - waren immer wieder zusammengesessen. Sie feilten an Details, überlegten sich Highlights fürs Rahmenprogramm und perfektionierten die Präsentation im Internet. Schiedsrichter Robert Ackermann und Axel Fritz für die Live-Übertragung gehörten ebenso zur Stammbesetzung des Hintergrund-Teams wie Georgios Souleidis für die Berichte und zahllose Helfer aus der LGA und mittelfränkischen Schachvereinen.


Die Anfänge

2001 begann die Restrukturierung der LGA. Es bildete sich ein Innovationskreis, in dem Eberhard Klöber, damals Vorsitzender des SV Puschendorf, mitwirkte. Er schlug vor, Schach für das Marketing einzusetzen. So lag die Idee nah, ein Schachturnier in den Räumen der LGA aufzubauen. Auch als Nachfolge-Veranstaltung für den Pyramiden-Franken-Cup, der bis 2002 Spitzen- und Breitenschach in Fürth vereinte. Die LGA-Premiere 2004 mit 100 Teilnehmern - davon sieben Titelträgern - lief denn auch unter Klöbers Regie ab. "Das erste Turnier war eigentlich nur ein Versuchsballon", sagt Galsterer. Doch schnell sollte sich der LGA Premium Schach Cup etablieren.

Die Großmeister

Nach und nach kam nicht nur Masse, sondern vor allem auch Klasse nach Nürnberg. Dabei erwies es sich als kluger Schachzug, Michael Bezold ins Organisationsteam aufzunehmen. Der Großmeister, der bei der zweiten Auflage noch am Brett saß, dann aber ab der dritten Ausgabe die Turnierleitung übernahm, ließ seine guten Drähte in der Schach-Szene glühen. Bezold erinnert sich: "Ich bin schon mit einem großen Vertrauensvorschuss eingestiegen, konnte viele Entscheidungen selbst treffen." Dabei legte er viel Wert auf eine gute Mischung: "Es war mir immer wichtig, Spieler einzuladen, die attraktives Schach spielen und auch abseits der Bretter sympathische Leute sind." Die LGA tat ein Übriges dazu, stockte das Budget für das Topturnier von Jahr zu Jahr auf. Michael Bezold gelang es auch, das "Mittelfeld" mit starken Spielern von Elo 2200 bis 2400 zu stärken - "das ist unser wichtigster Block", meint er. Für Teilnehmer aus der Region waren so Titelträger in Reichweite. Die Zahl der Topspieler mit Elo über 2600 war hingegen für ihn nie entscheidend.

Das Marketing

Wer Öffentlichkeitsarbeit und Marketing betreibt, weiß: Erfolge sind kaum in Zahlen messbar. Letztlich geht es darum, einen Namen, eine Marke zu "platzieren", also bekannter zu machen. So gesehen, hat der LGA Premium Schach Cup als Marketing-Maßnahme voll eingeschlagen. Das LGA-Marketing stand ursprünglich auf drei Säulen - Kunstsommer, Schach Cup und Indoor-Marathon. Heute richtet die LGA den Premium Schach Cup aus, der TÜV Rheinland veranstaltet Indoor-Marathon und Kunstsommer. Alle drei passen, wie Jochen Galsterer erklärt, bestens zur LGA und sprechen unterschiedliche Zielgruppen an. Auch und gerade das Schach: Der Slogan "intelligente Strategien für kreative Lösungen" lasse sich 1:1 sowohl auf den Denksport als auch auf die tägliche ingenieursnahe Arbeit der LGA übertragen. Es lohne sich, diesen bestens bewährten Marketing-Weg weiterzugehen.

Die Fakten

Internet: In den vier Turniertagen war der Andrang auf den LGA-Webseiten stets enorm. Laut Jochen Galsterer verdoppelten sich Anfang September stets die monatlichen Durchschnitt-Zugriffszahlen. Das heißt: "An Spitzentagen hatten wir 20.000 Besucher und mehr."
Nationen: Am Start waren unter anderem Spieler aus Argentinien, Indien, Paraguay, Kanada, den USA, Russland, Japan und ganz Europa.
Teilnehmer: Im Laufe der Jahre kamen weit mehr als 900 Personen zusammen. Der einzige Doppelsieger war Jonny Hector, der seinen Titel von 2006 ein Jahr später erfolgreich verteidigte.

Die Atmosphäre

"Dass sich die Schachspieler hier wohlfühlen, stand für uns immer im Vordergrund", betont Michael Bezold. "Wir haben eine Wohlfühl-Atmosphäre geschaffen", ergänzt Hans-Jürgen Zeitler. Dass das gelungen ist, zeigte sich Jahr für Jahr an der vollen Teilnehmerliste. "Ein Jahr im Voraus war das Turnier bereits ausgebucht", sagt Jochen Galsterer. Das Teilnehmerfeld für das große Finale 2013 stand ebenfalls bereits seit Langem. Kein Spieler habe seine Zusage vom Mai zurückgezogen.

Das Drumherum

Es sind die kleinen Details, die den Charme des Turniers ausmachen. Die familiäre Atmosphöre ist nur ein Mosaikstein. Zu einem angenehmen Umfeld gehört auch ein attraktives Rahmenprogramm. "Wir haben uns immer etwas Besonderes einfallen lassen, und sei es eine Versteigerung von Krawatten mit Schachmotiven", sagt Jochen Galsterer. So bereicherte Problem-Komponist Yochanan Afek die Turniere mit seinen meisterhaften Studien. Im vergangenen Jahr gab es vor dem Cup einen Lehrgang der deutschen Prinzen-Gruppe mit den Weltklasse-Trainern Jussupow und Dworetski - die gute Kooperation mit dem Bundestrainer machte sich bezahlt.

Die Anekdoten

Die drei Macher können über das Turnier lange und viel erzählen. Michael Bezold erinnert sich gern an die regelmäßigen Teilnahmen der Schachfreunde aus Alsfeld. "Die hab' ich bei einer Hochzeit kennengelernt, daraus ist eine schöne Schach-Freundschaft entstanden."
Jochen Galsterer fand es spannend, als Nichtschachspieler die Denksportler kennenzulernen. Besonders gern denkt er an die Begegnungen mit dem US-Amerikaner Erlend Millikan zurück. "Ich treffe auch immer wieder Schachspieler aus der Region, die mich auf den LGA Cup ansprechen."
Bei Hans-Jürgen Zeitler bleiben die sieben eigenen Teilnahmen im Gedächtnis haften. In der Erstrundenpartie 2007 gegen GM Baramidze hatte er sogar die Chance auf einen Qualitätsgewinn - übersah aber den Zug. Insgesamt freut es ihn, dass das "Niveau der LGA-Veranstaltung in Schachkreisen so geschätzt wird".

Die Zukunft

Schon seit Monaten ist klar: Der LGA Premium Schach Cup endet mit dem kleinen Jubiläum im zehnten Jahr. Jochen Galsterer nennt den Grund: "Nach einer räumlichen Neustrukturierung ist es uns nicht mehr möglich, den Premium-Standard aufrechtzuerhalten." Die LGA will sich damit aber keineswegs aus dem Schach-Sponsoring zurückziehen - im Gegenteil: Das Unternehmen wird im kommenden Jahr gleich zwei fränkische Turniere großzügig unterstützen. Zum einen fördert die LGA das Internationale Schach-Festival in Wunsiedel, das bereits jetzt in der Zeit um Christi Himmelfahrt vier Tage Spitzenschach bietet; diesen hohen Standard wollen die Turnier-Verantwortlichen um Ludwig Zier und Klaus Steffan weiter ausbauen. Zum anderen kommt es 2014 zu einem Revival des Pyramiden-Cups in Fürth; damit erfüllt sich der Wunsch vieler Spieler nach einem attraktiven Open in Franken. Bewährtes vom LGA Cup kommt dort auch zum Tragen - der Termin am ersten September-Wochenende zum Beispiel, also vom 4. bis 7. September 2014. Auch der Modus wird voraussichtlich ähnlich sein. Über weitere offene Fragen werden die Verantwortlichen in den nächsten Tagen und Wochen beraten. Neuigkeiten zum Pyramiden-Cup 2014 sind unter schach.lga.de abrufbar. Der Name Michael Bezold wird dann - zumindest als Organisator - nicht mehr auftauchen. Der LGA Cup 2013 sei für ihn das vorerst letzte Turnier gewesen, das er organisiert habe - "ein schöner Abschied". Der Großmeister will sich im Schach auf die 1. Bundesliga mit Bayern München konzentrieren. Als Spitzenspieler des Aufsteigers freut er sich auf eine spannende Saison.









LGA - Intelligente Strategien für kreative Lösungen
Seitenanfang   Seitenanfang