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  LGA: Premium Cup - Interviews und Hintergründe - Runde 4

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Viele Blicke auf die jungen Frauen

Heute Abend werden Hanna Marie Klek und Filiz Osmanodja auf ihrem Hotelzimmer einmal nicht über den nächsten Gegner sprechen und sich gemeinsam vorbereiten. Einfacher Grund: Die beiden einzigen Frauen im Teilnehmerfeld treffen am Sonntagvormittag direkt aufeinander. Die Vorzeichen des Duells könnten unterschiedlicher kaum sein - Hanna spielte in der ersten vier Runden ein starkes Turnier, setzte sich an die Spitze; Filiz war von ihrer Leistung enttäuscht und will ab Runde 5 die Wende einleiten.

Die 18-Jährige aus Erlangen kommt offensichtlich bestens damit zurecht, dass sich nach ihrem Titelgewinn bei der deutschen Frauen-Meisterschaft viele Blicke auf sie richten. "Ein bisschen Druck ist damit schon verbunden - aber hier ist das Turnier ja ausgeglichen besetzt." Anders sei es manchmal bei offenen Turnieren: "Wenn man da gegen einen 2000er nicht gewinnt, heißt es gleich: ,Das ist halt die deutsche Meisterin der Damen.'…" In diesem Jahr hat Hanna, die Mathematik in ihrer Heimatstadt studiert, noch einiges vor. Zur WGM fehlen ihr noch zwei Normen, eine davon will sie noch erreichen. Und: Bei ihrer letzten Jugend-WM zum Jahresausklang peilt sie einen Platz auf dem Treppchen - sprich: eine Medaille - an.

Die Jugend-WM nimmt auch die 17-jährige Filiz ins Visier. Vorher spielt sie noch die U18-Europameisterschaft der Jungen mit. "Vielleicht kann ich dort wieder etwas Elo aufholen, die ich hier verloren habe." Außerdem hofft sie, dass ihre Bewerbung um einen Studienplatz in Medizin in Dresden erfolgreich ist und sie im Herbst ins erste Semester starten kann.

Dass die beiden die einzigen weiblichen Teilnehmer eines Turniers sind, kommt - leider - häufiger vor. Sie stören sich jedoch nicht daran, wie sie übereinstimmend sagen. Vielmehr versuchen sie, durch ihr Auftreten und ihre Erfolge weitere Mädchen fürs Schach zu begeistern. "Klar", meint Hanna, "wir sind natürlich auch Vorbilder." Sie hat wie Filiz die Erfahrung gemacht: Wenn sie sehen, dass eine Frau in einem Turnier vorne mitspielt, scharen sich viele Mädchen um die Partie.

In Vereinen ist es oft so, dass zwei Mädchen Schach spielen. Dann hört eine auf, und auch die andere verliert schnell das Interesse. Diesen Teufelskreis will Hanna Marie Klek in ihrem eigenen Verein durchbrechen: "Ich trainiere jetzt eine Schachgruppe mit zurzeit sechs Mädchen." Wer weiß, vielleicht erhöht das bei künftigen großen Turnieren im fränkischen Raum die Frauenquote.









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