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  LGA: Premium Cup - Aktuelles: Runde 5

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Spannung vor dem letzten Spieltag

Beim 10. LGA Premium Schach Cup sind fünf von sieben Runden absolviert. In der A-Gruppe liegen, nachdem alle Partien des Tages trotz harten Kampfs remis endeten, Evgeny Romanov und David Baramidze mit 3,5 Punkten in Front. Chancen auf den Sieg darf sich noch Vitaly Kunin machen, der mit 3,0 Punkten folgt.

Gruppe A

Prusikin vergibt Chance

Nach seinem starken Start ins Turnier musste Romanov insbesondere in der 5. Runde gegen Michael Prusikin ums Remis kämpfen. "Ich stand nach der Eröffnung besser, doch dann verrechnete ich mich und musste das Remis forcieren", ärgerte sich der 35-jährige Deutsche nach der Partie.

Romanov,Evgeny (2655) - Prusikin,Michael (2555)
10. LGA Premium Schach Cup 2013 Gr. A (5), 07.09.2013

Stellung nach 16.Ld6:

16...Le4?! 16...Ld5! 17.Lc4 Lxg2 18.Tg1 Lc6 und Schwarz hat einigen Vorteil. Seine Figuren sind alle im Spiel und er hat die bessere Bauernstruktur, während die weißen Figuren nicht besonders gut harmonieren. 17.Td2 Ld5 18.Lb5! Mit dem Turm auf c2 wäre dieser Zug nicht möglich gewesen. Jetzt gleicht Weiß damit aus. 18...Se5 19.Txd5! Ein vorübergehendes Qualitätsopfer, das die Stellung klärt. 19...exd5 20.La6 Te8 21.Lb7 Tad8 22.Lc7 Sd3+ 23.Ke2 Sxc5 24.Sxc5 bxc5 25.Lxd8 Txd8 Mit total ausgeglichener Stellung und baldigem Remis. 26.Td1 d4 27.b3 dxe3 28.Txd8+ Lxd8 29.Kxe3 Lf6 30.Ke4 Lb2 31.a4 a5 ½-½


David Baramidze hinterlässt von allen Spielern der A-Gruppe bislang den solidesten Eindruck, obwohl ihn eine Sprunggelenksverletzung plagt, die er sich beim vom Veranstalter organisierten Fußballturnier einen Tag vor Turnierbeginn zuzog. In der 5. Runde verwaltete er lange Zeit einen Endspielvorteil gegen Jonny Hector, doch der trickreiche Schwede verteidigte sich umsichtig und konnte das Remis letztendlich sichern. "Ich lehnte sogar ein Remisangebot ab im Turmendspiel, obwohl ich einen Bauern weniger hatte. Das war natürlich Quatsch", verriet Hector im Anschluß.


Vitaly Kunin und Tornike Sanikidze teilten sich in einer Grünfeld-Indischen Partie den Punkt. "Ich hatte die ganze Partie über einen minimalen Vorteil, doch mein Gegner fand immer den genauesten Zug, so dass das Remis folgerichtig war", meinte der 29-jährige Deutsche nach der Partie.


Die Partie zwischen Lubomir Ftacnik und Alexander Berelowitsch endete ebenfalls unentschieden. Der slowakische Großmeister dachte, dass er gegen die Holländische Verteidigung seines Gegners einen leichten Vorteil erspielt hätte, doch im Anschluss gab er zu, dass er sich getäuscht hatte: "Mein Gegner spielte sehr genau und am Ende hätte er mit einem aktiven Turmzug sogar die Initiative an sich reißen können".


Gruppe B

Zaragatski im Rausch

Im B-Turnier ist eine Vorentscheidung gefallen. Ilja Zaragatski spielt groß auf und führt mit 4,5 Punkten vor einer Meute von drei Spielern mit 3,0 Punkten die Tabelle an. Theoretisch können sich noch Jens-Uwe Maiwald, Lev Gutman und Arik Braun, von denen die ersten beiden noch gegen Zaragatski antreten müssen, Chancen auf den Turniersieg ausrechnen.

In der 5. Runde besiegte der 27-jährige "Bald-Großmeister" - er hat alle dafür notwendigen Normen in der Tasche - Christoph Renner. In einem bekannten Endspiel der Philidor-Verteidigung entstand eine ausgeglichene Stellung. Der 45-jährige Münchner forcierte die Ereignisse im Zentrum und wollte die Stellung öffnen. Dabei schwächte er aber seine Stellung und in Zeitnot beging er den entscheidenden Fehler, der zum Partieverlust führte. "Mein König stand zwar etwas unsicher im Endspiel, doch mein Läuferpaar und der Freibauer auf der f-Linie waren sehr stark. In Zeitnot war es schwierig für meinen Gegner", resümierte Zaragatski das Geschehen.

Für Christian Gabriel verlief der 3. Spieltag besonders erfolgreich. Nach seinem Sieg gegen Leon Mons erkämpfte sich der 39-jährige Lokalmatador - er wohnt mit seiner Familie in Nürnberg - einen weiteren vollen Punkt - dieses Mal gegen Arik Braun.
Allerdings musste Gabriel nach der Eröffnung einen sehr bangen Moment überleben.

Braun,Arik (2570) - Gabriel,Christian (2495)
10. LGA Premium Schach Cup 2013 Gr. B (5), 07.09.2013

Stellung nach 16...Tf6:

Wie kann Weiß hier einen Bauern gewinnen? 17.g4 Nach 17.Sb3! geht erstaunlicherweise der c5 verloren. Schwarz muss wohl versuchen durch aktives Spiel Kompensation zu finden. 17...Se5 18.Sxc5 Lc6 mit weißem Vorteil z.B. nach dem logischen 19.Dc3 17...Se5 18.gxf5 exf5 19.f4 Die Stellung ist unklar. Nach hartem Kampf und einem kapitalen Fehler musste sich Braun nach 40 Zügen geschlagen geben.


"Das war eine furchtbare Partie. Zuerst stelle ich eine Qualle ein und dann macht es mir Maiwald nach und stellt seinerseits alles ein", nahm Raj Tischbierek nach der Partie kein Blatt vor dem Mund. Was war geschehen? Zumindest auf eine kritische Stellung gehen wir ein.

Tischbierek,Raj (2425) - Maiwald,Jens-Uwe (2460) 10. LGA Premium Schach Cup 2013 Gr. B (5), 07.09.2013

Stellung nach 24.Df3:

Weiß hat zwar etwas Kompensation wegen der derzeitigen Kontrolle über die weißen Felder, doch langfristig sollte sich Schwarz mit seiner Mehrqualität durchsetzen. 24...f5? Ein schlechter Zug, der die Sorgen auf den weißen Feldern vergrößert - basierend auf einem Rechenfehler. 25.dxe6 fxe4 25...Sxe6 musste natürlich geschehen. Nach 26.Sb5 hat Weiß einige Kompensation - wie gesagt, wegen der Kontrolle auf den weißen Feldern. 26.Lxe4! Danach hält Weiß den starken Freibauern auf e6. Maiwald ging wohl nur von 26.Sxe4 Sxe6 aus. 26...Kh8 27.Ld5 Weiß hat Kompensation, mehr aber auch nicht. In der Folge verlor Schwarz in Zeitnot die Kontrolle, 1-0 nach 35 Zügen.



Leon Mons und Lev Gutman trennten sich remis. In einer Sizilianischen Partie schien das Gleichgewicht nie gestört zu sein. "Die Stellung war kompliziert und ich hatte etwas Druck, doch letztendlich verflachte die Position", erläuterte der 17-jährige Forchheimer die Lage.


Gruppe C

Hauen und Stechen in der C-Gruppe
oder wie man durch einen T-Shirt-Wechsel Caissa beschwört

In der C-Gruppe ist vor dem letzten Spieltag noch alles möglich. Zwar führt Olaf Heinzel mit 3,5 Punkten die Tabelle an, doch es folgen gleich vier Spieler mit 3,0 Punkten.

Eine sehr spannende Partie lieferten sich in der 5. Runde Olaf Heinzel und Hanna Marie Klek. Die Deutsche Meisterin stand mit einer Mehrqualität kurz vorm Sieg, wonach sie mit 4,0 Punkten die klare Führung übernommen hätte, doch in Zeitnot kippte die Stellung und sie musste sogar die Niederlage quittieren.

Heinzel,Olaf (2374) - Klek,Hanna Marie (2275)
10. LGA Premium Schach Cup 2013 Gr. C (5), 07.09.2013

Stellung nach 45...Kf8:

46.c4? Eine interessante Idee, um den Läufer auf e1 zu aktivieren, doch in dieser Ausführung geht es für Weiß nach hinten los. Heinzel meinte nach der Partie, dass er die Idee mit 46.Kg1 vorbereiten hätte müssen, doch Schwarz hätte es dann verhindern können. 46...dxc4 47.Lxa5 Sg3+! Schwarz holt sich die Qualität und steht auf Gewinn. 48.Dxg3 Dxh1+ 49.Kf2 Lxe5 50.fxe5 Kg7 51.Te1 Dd5 52.Lc3 Th8 53.Dg2 Dxg2+ 54.Kxg2 Td8 55.Th1 Td5 56.Kf3 Te8 57.Ta1 Ta8 58.Ke3 Kf8 59.Tb1 Ke8 60.Lb4 Kd7 61.Th1 Ke6 62.Lc3 Tdd8 63.Th4 Th8 64.d5+ Kxd5 65.Td4+ Ke6 66.Td6+ Ke7 67.Lb4 Th3+ 68.Ke2 Th2+ 69.Ke3 Txb2 70.Tb6+ Ke8 71.e6 Tb3+ 72.Kf4 fxe6 73.Txe6+ Kf7 74.Te7+ Kg8 75.Te6 Kf7 76.Te7+ Kg8 77.Te6 Td8 78.Txg6+ Kf7 79.Tf6+


Den technischen Teil hatte Klek bis hierhin sehr gut gespielt, obwohl beide Spieler nur noch von der Zeitgutschrift lebten. 79...Ke8?? Der König musste unbedingt auf der g-Linie bleiben, um sich gegen den g-Bauern zu stemmen. Jetzt wird es kritisch. 79...Kg7-+ 80.g6 Td4+ 81.Ke5 Te4+ 82.Kd5 Td3+?! Am einfachsten geschah 82...Txb4 83.axb4 Tg4 mit Remisstellung. 83.Kc6 Te7??




Die Erlangerin hätte hier schon 83...Kd8! finden müssen. 84.g7 Schwarz verliert Haus und Hof, ein bitteres Ende für Hanna Marie Klek. 1-0

"Das war natürlich ein glücklicher Sieg", gab Heinzel nach der Partie zu, ohne aber sein vermeintliches Erfolgsgeheimnis zu verbergen. "Vor der Runde wechselte ich mein Trikot des Erfurter SK. Es ist ein Fehldruck, denn der IM-Titel im Namenszug ist nicht vermerkt. Nachdem ich in den Runden davor mit meinem angestammten Trikot mit IM-Titel im Namenszug verlor, dachte ich: Komm, du spielst eh nicht wie ein IM, zieh dich um".




Zu den Verfolgern mit 3,0 Punkten gehört Yochanan Afek. Der 61-jährige Israeli besiegte in der 5. Runde Filiz Osmanodja. "Meine junge Gegnerin spielte sehr originell, doch in Zeitnot erkämpfte ich mir ein gutes Endspiel. Obwohl mein Technik zu wünschen übrig ließ, konnte ich den Sieg einfahren", äußerte sich der sympathische IM im Anschluss.

Zu seinem dritten Sieg in Folge kam Oskar Hirn. In der 5. Runde bezwang er im Duell zweier Lokalmatadoren Hubert Seibold. "Ich war lange auf der Siegerstraße, doch am Ende ließ ich nochmal Luft rein. Mein Gegner verteidigte sich aber nicht besonders zäh, so dass ich gewinnen konnte", merkte der Nürnberger an.

Erik Zude und Christian Troyke teilten sich den Punkt. In einer Königsindischen Partie schien Zude durch die Kontrolle der offenen c-Linie Vorteil zu besitzen, doch ein gut getimter Vorstoß am Königsflügel gab Troyke genügen Gegenspiel. "Mir war schon angst und bange ob der Schwerfiguren, die über die c-Linie in meine Stellung einzudringen drohten, doch als ich den Vorstoß ...f5 erblickte, atmete ich wieder auf", schilderte der Erfurter die entscheidenden Momente kurz vor Partieende.


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